Kunstarbeiten in Kupfer von Roger Wanner



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Der Blumenstrauss in Silber

Man stelle sich vor, dass eines Tages plötzlich ein Mail von der Designagentur Bless aus Paris kommt mit der Anfrage, ob es möglich sei, einen Blumenstrauss aus Plastik in Kupfer oder andern Metallen originalgetreu nachzubauen.

Zitat der Agentur:
Ich habe bereits bei Ihnen nachgefragt, ob Sie naturgetreue Blumen fertigen könnten.
Es würde sich um einen Strauss von Sonnenblume, Margaritte, Palmenblatt etc. handeln.
Ich habe Ihnen zwei Bilder angehängt von den Blumen, die wir benötigen.
Wir könnten Ihnen auch diese Kunstblumen als Vorlage zukommen lassen.
Es wäre super die Blumen so echt als möglich nachzugestalten.

Nun ja, wie wir Kunsthandwerker nun mal sind, wollte ich erst einmal das Foto anschauen, um danach zu urteilen, ob ich die Arbeit überhaubt offerieren oder annehmen soll. Also schaue ich die zugestellten Fotos, die mir auf Anhieb gefallen, an.


Ich sage nun der Designeragentur zu und erkläre, dass es für mich kein Problem sei, solch einen Blumenstrauss herzustellen. Nach mehreren Mails mit telefonischen Nachfragen über Versilbern, Vergolden und Änderungen am Objekt kann ich mit der Arbeit beginnen sobald mir das künstliche Original zugestellt wird.

Die Zeit fängt langsam an zu rennen, weil der Blumenstrauss bis Ende August in Paris sein soll, aber wie es halt nun mal so geht, kommt die Post erst nach ca 2 Wochen ( 31. Juli ) bei mir an und ich erkenne sofort, dass ich mich in der Anschauung des Fotos und der anfallenden Arbeit enorm getäuscht hatte, den die ersten Fotos sahen etwas anders aus als der nun gelieferte Straus.

Es sind so viele winzige kleine Teile, die hier angefertigt, zusammengebaut, verschliffen und veredelt werden müssen. Ich weiss auf Anhieb, dass mir die geplante Zeit nur knapp reichen wird. Also fange ich am darauf folgenden Freitag mit dem Zuschneiden und Hartlöten der Blütenstengel und integrierten Stengelvasen gleich an.

Die ersten Rosen werden zusammengebaut und die mit der Tremmel eingefrästen Blätter werden an den Zweigchen angelötet.
Danach wird eine schilfgrasartige Pflanze mit einem Blütenkräuel angefertigt und eingepasst.


Jetzt kann ich mit einer Art Orchidee anfangen. Ich schneide und forme gleichzeitig die Blätter, dass sie wie das Kunststoff-Original aussehen werden, was mir auf Anhieb auch gelingt.


Nun ist die 1. Orchideenknospe mit innerem Blütenstempel gemacht. Die dazugehörenden Blätter werden auch positioniert und angelötet.


Ich entschliesse mich, nun die wohl schwierigste Arbeit am Blumenstrauss in Angriff zu nehmen und beginne mit den 1mm Blütenstengel, die als Endstück einen kleinen Kupferklumpen bekommen, um anschliessend dem Original so gut wie nur möglich zu gleichen. Es werden immer 3 Drähte zusammengeschweisst, je eine Kupferkugel von ca 4-5mm aufgesetzt und anschliessend die 3er Teile mit 2 weiteren Teilen zusammengebaut. Das Bild mit dem Feuerzeug zeigt die Grösse der Blütenstengel.

Die ganzen Teile werden nun auch wieder an sogenannten Blütenstielen angeschweisst und in leichter Rundbogenform zusammengebaut.


Der Blumenstrauss geht nun langsam der Endphase entgegen. Die Blüten der Orchideen werden zugeschnitten, geformt und zusammen mit dem Blütenstempel eingeschweisst. Am hinteren Teil wird noch ein Haken für die spätere Wandmontage angeschweisst und das ganze präsentiert sich zum ersten mal als ganzes Kunstobjekt.


Der Originalblumenstraus und der Kupferne.


Der weitere Verlauf für das Versilbern ist, dass der Blumenstrauss erst einmal gereinigt und nachverkupfert wird, um anschliessend ins Silberbad eingelegt werden zu können.
Am 15. August 2008 ist der Blumenstrauss endlich fertig, versilbert und bereit, um an die Designagentur Bless in Paris geschickt werden zu können.


Vielleicht bekommen wir auch einmal ein Bild vom Endkunden, der den Blumenstrauss bei sich an der Wand hängen hat mit den integrierten echten Blumen.

Bless hat uns nun auch Bilder gesendet wo der Straus beleuchtet und mit Blumen bestückt ist. Leider sind die Fotos nicht so gut Belichtet.

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