Kunstarbeiten in Kupfer von Roger Wanner



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Der Baum des goldenen Adlers

Vor einigen Jahren hatte ich mal die Idee einen Baum in natürlicher Grösse anzufertigen.
Im Oktober 2007 ging ich nach Oberhof CH zu einem Kollegen, der mir auf dem Bau sehr viel aushilft und wollte von Ihm einen Zwetschgenbaum der ca 3m hoch und ca 3,5m Durchmesser hatte. Natürlich fragte er mich, für was ich den Baum brauche und ich erklärte ihm, dass der Baum komplett mit Kupfer eingekleidet werden soll.
Er lachte nur, holte die Motorsäge und der Baum wurde gefällt und gleich vor der Werkstatt deponiert, wo er am folgenden Tag zurecht geschnitten und abgedampft wurde.
Ein Monat später hatte ich den Hauptstamm und die dickeren Äste bereits mit Kupfer ummantelt und sämtliche Rindenstrukturen, Knorze und Vertiefungen eingehämmert.

Auch mein Enkel Marcel 8 jährig ist begeistert und versucht am Baum mitzuhelfen, was allerdings nicht ganz so herauskommt wi bei mir.

Die Strukturen der Rinde und die Vertiefungen werden laufend eingehämmert. Es geht langsam vorwärts mit dem Verkleiden.

Äste werden so naturgetreu wie nur möglich nachgebaut, sodass sie am Schluss auch wie echte Äste aussehen.

Vor der Montage am Baum werden die Blätter an den Ästen noch mit einer Mixtur behandelt, dass sie einen grünen Farbton bekommen ( keine Farbe ).

In der Zwischenzeit habe ich noch einen Adler aus Kupfer gebaut mit einer Spannweite von 87cm.

Da der Adler auf den Baumstamm kommen wird und als krönender Abschluss gezeigt werden soll, werde ich ihn mit 23,75 Karat Pudergold vergolden.

Der Adler ist nun vergoldet und wird anschliessend mit dem Achat noch behandelt, dass er einen Vollgoldglanz bekommt.

Die Steckverbindung am Adlerfuss wird gemacht und der goldene Vogel wird das erste Mal in diesem Zustand auf der Baumspitze aufgesetzt.

Der Adler wird wieder entfernt. Der Sockel des Baumes wird mit einer 2cm dicken Stahlplatte angefertigt. Halterungen werden am Baumstamm angebracht damit der Baum einen sicheren Stand bekommt.

Es ist inzwischen Mitte Juni 2008 und ich habe seit 3/4 Jahr am Baum gearbeitet (in meiner Freizeit, Samstag, Sonntag, Abends und an manch einem Schlechtwettertag).
Der Baum fängt an zu wachsen, denn er ist schon mit über 3500 Blättern bestückt und muss nun aus der Werkstatt raus, bevor man ihn nicht mehr aus dem Tor bekommt.

Mit dem Kranwagen wird er nun auf unsere neue Terrasse gehoben, wo ein Tag später bereits wieder 4 neue Äste dazukommen.

Ein herzliches Dankeschön gebührt natürlich auch meinen 3 Helfern, die während einer Woche beim Blätterklopfen kräftig mitgeholfen haben (rund 1000 Blätter wurden zugeschnitten, gehämmert und geformt).
Meinem Enkel " Marcel Barlei ", meinem Kunsttreibekursteilnehmer aus Mügeln D " Ralf Müller "mit seinem Hasi Ulrike aus Wittenberg D und seinem Hund Jack, der während der Hämmerei immer unter dem Tisch lag.

Natürlich machte man nicht nur Blätter in dieser Woche, auch Schmetterlinge waren gefragt und Rundreisen durch die Schweiz wurden gemacht.
Es geht gegen Ende Juni und der Baum hat inzwischen schon wieder 12 neue Äste bekommen wie man auf dem Foto von meinem Hausdach herunter sehen kann.

Das heisst mit andern Worten, der Baum hat inzwischen rund 4500 Blätter. Ich werde in den nächsten Wochen intensiv daran Weiterarbeiten bis ich den Rest der vorbereiteten Blätter auch noch am Baum habe. Erst danach wird man sehen können, wieviele es noch ungefär braucht, um den Baum fertigstellen zu können.

Wir haben heute den 2. Juli 2008 und ich habe die Letzten der vorbereiteten Blätter noch an den restlichen 5 Ästen montiert. Der Baum ist nun mit rund 5`200 grün gefärbten Blätter bestückt.

Ich werde aber noch einmal 1`000 Blätter anfertigen, die auf ca 10 Äste verteilt werden müssen.

16. Juli 2008 Ich habe inzwischen wieder 500 Blätter zugeschnitten und heute das erste mal den Goldenen Adler versuchsweise aufgesetzt, um zu schauen, wie sich das ganze präsentiert.


" Der Adler mit Baum kann sich sehen lassen "
Den restlichen Aufwand bis zur Vollendung schätze ich noch auf ca 2 Monate.

15. August 2008 Der Baum ist nun mit rund 5`700 Blätter bestückt und ich glaube einfach immer noch, dass er noch zu wenig Blattlaub hat. Also werde ich die zugeschnittenen ca 700 Kupferplättchen noch in Blätter schneiden und strukturieren.
Wenn man den Baum von oben oder unten anschaut, sieht man die Dichte des Baumes. Steht man vor dem Baum, hat man irgendwie das Gefühl, dass da noch einiges fehlt.

Inzwischen ist es ende November und der erste Schnee liegt seit Tagen schon auf dem Baum.

Nun heisst es wieder Abwarten bis er geschmolzen ist, dann kann ich noch 5 vorbereitete Äste montieren.
Den neuen Adler habe ich auch schon aufgezeichnet, dieses mal aber mit einer Spannweite von ca 1,5m.
Ich habe wohl etwas Übertrieben, denn der Adler hat nur 1,45 m Spannweite.
Während der letzten 2 Kunsttreibekurse hatte ich nebenbei immer wieder mal Zeit für kleine Arbeiten an meinem Prunkstück und mann kann Sehen, dass es langsam dem Ende zugeht. Der Flügel und der Körper werden erst Getrieben, wobei der Flügel mit ca 100-110 Kgr. Blei ausgegossen wurde um die Konturen so richtig zur Geltung zu bringen.

Die Füsse werden angefertigt und die Beinteile hartgelötet, danach wird der Körper erst einmal mit dem oberen Flügel zusammengebaut. Das Ding wird langsam schwer und Stabil.

Der Adler bekommt langsam eine Form und man kann auch die Grösse des getriebenen Vogels erkennen. Am Samstagmittag den 17. Januar 2009 ist der Adler für die Vergoldung fertig. Ich werde am Sonntag versuchen die Grundierung für die Vergoldung auf den Adler zu bringen. Ein riesen Aufwand, da der Adler doch einiges mehr als 1 m2 Fläche übersteigt. Ich hoffe nur, dass das 23,75 Karat Pudergold (35 gramm) reichen wird um dies e Fläche zu decken.

Erst wird das Metallhaft-und Grundiermaterial aufgetragen,danach wird die gelbe Grundierung noch aufgepinselt und wenn alles schön Trocken ist werde ich den Haftlack und das Pudergold auf dem Adler auftragen.
Leider reichte das Gold nicht und ich musste noch einmal 20 gr. mehr auftragen.


Jetzt muss der adler nur noch auf den Baum.
Vorher werden aber die Beine durchgebohrt und Gewindestangen für die Montage eingesetzt.

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